Navigation Menu

Nicaragua: Warum Umwelt- und Wasserschutz?

Nicaragua verfügt über immense Süßwasserreserven. Der Nicaraguasee, auch „Lago Cocibolca“ oder „Gran Lago“ genannt, an dessen Ufer Granada liegt, ist der größte Trinkwassersee Mittelamerikas. Trotz dieser enormen Trinkwasserreserven werden nur 51 Prozent der öffentlichen Schulen des Landes mit Trinkwasser versorgt und nur 23 Prozent dieser Schulen verfügen über sanitäre Einrichtungen. Diese unzureichende Versorgung mit Trinkwasser hängt u.a. mit der erheblichen und fortschreitenden Verschmutzungen des Sees zusammen. Aufgrund kaum vorhandener Abwasserentsorgungssysteme landet ein Großteil des Abwassers im See mit verhängnisvollen Auswirkungen für Mensch, Flora und Fauna.

Gerade die durch verschmutztes Wasser verursachten Krankheiten sind nach wie vor die Hauptursache für die hohe Kindersterblichkeit. Jährlich sterben in Nicaragua etwa 300 Kinder an der durch verunreinigtes Wasser verursachten Diarrhö. Ein weiterer Risikofaktor mit bis dato völlig unabsehbaren Folgen für die Trinkwasserversorgung und Umwelt ist der mögliche Bau eines Kanals durch Nicaragua, der Atlantik und Pazifik verbinden soll.

Auch die Folgen des Klimawandels im Hinblick auf die Wasserversorgung sind gravierend. Laut der Studie „Global Climate Risk Index 2016“ von German Watch lag Nicaragua bis 2014 auf dem vierter Platz der am meisten vom Klimawandel gefährdeten Länder. Naturkatastrophen wie Hurrikane und Überflutungen häufen sich, die durchschnittlichen Temperaturen steigen gleichzeitig an. Die Wahrscheinlichkeit von Hurrikanen an der Karibikküste nimmt zu, während die östlichen Teile des Landes verstärkt von Trockenheit und Wasserknappheit bedroht sind. Es wird prognostiziert, dass die Niederschläge in den Regionen der Pazifikküste um ca. 37 Prozent sinken werden. Wasserknappheit und Dürren sind die Folge. Die Anpassung an die Klimaerwärmungen durch alternative Energien ist dringend notwendig. Laut dem „Climatescope 2013“ des Multilateral Investment Fund liegt Nicaragua auf dem dritter Platz der lateinamerikanischen Länder mit dem größten Potential für Investitionen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien.

Nicaragua war bis Ende 2011 Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit dem Hauptziel der Armutsbekämpfung. Als Reaktion auf wachsende Demokratie-Defizite hat die Bundesregierung beschlossen, die staatliche Entwicklungszusammenarbeit auf den Schwerpunkt Wasser zu konzentrieren (Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung).

Klick. Gefällt mir !schliessen
Powered by LikeJS
oeffnen