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Faszination und Problem – Die Ressource Wasser in Nicaragua

Faszination und Problem – Die Ressource Wasser in Nicaragua

Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen für uns Menschen. Paradoxerweise wird sie in heutiger Zeit wenig gepflegt: Verschmutzung und Verschwendung führen zu Trinkwasserknappheit, ein von Menschen gemachtes Problem. Werfen wir mal einen Blick nach Nicaragua – ein Land, in dem man die Faszination Wasser erleben kann und gleichzeitig die grundlegenden Fehler im Umgang mit der lebenswichtigen Ressource sieht.

Insel Ometepe, Lago Cocibolca

Insel Ometepe, Lago Cocibolca

Nicaragua und das Wasser – eine lange Geschichte

Die enge Verbindung des kleinen lateinamerikanischen Landes zum Wasser wird schon auf das erste Wort deutlich: Managua, Nicaragua, Agua – man trifft immer wieder auf den spanischen Begriff für Wasser. Und das scheint nicht nur das Ergebnis der spanischen Sprache zu sein, auch in der indigenen Sprache Nahuatl bedeutet der Begriff ‘Anahuac’ sowas wie ‘nah am Wasser’. Natürlich sind das nur Theorien und mit der Zeit verändert sich Sprache, aber die Ähnlichkeit der Begriffe ist erkennbar.

Das besondere Verhältnis des Landes der Seen und Vulkane zum Wasser lässt sich auch geographisch erklären: angrenzend an Karibik und Pazifik, bestückt mit großen Seen wie dem Lago Cocibolca – als größtes Süßwasserreservoir Zentralamerikas – oder dem Lago de Xolotlán bei Managua, der Laguna de Apoyo und Flüssen wie dem Río San Juan oder dem Río Escondido… Die Liste könnte noch endlos weiter gehen: Gewässer prägen die Landschaft Nicaraguas.

Doch wie steht es um das Wasser in Nicaragua?

Granada, Nicaragua: Drei Flüsschen schlängeln sich durch die Stadt, verrät die Suche über Google Maps. Ein anderes Bild zeigt die Realität: Steht man auf der Flussbrücke und richtet den Blick nach unten, sieht man Müll, manchmal streunende Pferde und Kühe, noch mehr Müll, Gras und Felsen. Eins sieht man fast nicht: Wasser! Wenn doch, handelt es sich oft um eine durch Chlor und andere Substanzen schmutzige, milchige Brühe.

 

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Auch ein Spaziergang am Ufer des Lago Cocibolca offenbart nichts Besseres. Von weitem ist es zunächst nicht so offensichtlich, auf den zweiten Blick sieht man Müll überall: Plastiktüten, Strohhalme, Papier, die Reste gemütlicher Nachmittage am See. Dabei hätte die Strandpromenade sehr großes Potential für das Land, als eine Chance den wachsenden Tourismus noch weiter anzukurbeln.

Hat man die Verschmutzung der Seen und Flüsse gesehen, ist es nicht überraschend zu hören, dass Nicaragua Probleme hat, seine Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Das hypothetische Vorkommen an Wasser sind 38.668.000 Liter pro Einwohner(in), in der Realität werden bestimmte Gebiete überhaupt nicht mit Trinkwasser versorgt. Hinzukommt, dass lange Trockenperioden dafür sorgen, dass Seen und Flüsse kein Wasser mehr führen. Wichtig an dieser Stelle sind Bildung und Sensibilisierung, um die Bevölkerung auf das Thema aufmerksam zu machen, die Dringlichkeit der Wasserproblematik ins Bewusstsein zu rücken.

Umweltbildung auf anderen Wegen – Weltwassertag 2016

„Agua es vida, cuida la..“ – eine der Botschaften, die hinter der Veranstaltung stecken. Am Lago Cocibolca haben sich rund vierzig Kinder eingefunden, Anlass ist der Weltwassertag der Vereinten Nationen, den wir in diesem Jahr gemeinsam mit der Zirkusschule Granada (Projekt N_F.22) und dem sozialen Projekt an der Laguna de Apoyo (Projekt N_F.31) organisiert haben.

Die Aktivitäten sollen den Kindern Spaß und schöne Nachmittagsstunden bescheren, jedoch stehen Umwelterziehung und -bildung dabei im Zentrum der Veranstaltung. Spiele, die sich darum drehen kein Wasser zu verlieren, Workshops, in denen aus Müll kleine nützliche Kunstwerke gebastelt werden, ein großes gemeinsam gemaltes Bild einer sauberen Unterwasserwelt. Daneben ist auch eine kleine Ausstellung Teil des Wasserfestes: Wie lange braucht eigentlich eine Plastikflasche, um sich zu zersetzen? Wie viel Wasser benötigt ein Mensch am Tag? Und wie viel Wasser gibt es überhaupt in Nicaragua? Das Thema Wasser- und Umweltschutz wird den Kindern spielerisch und auf bunte Art und Weise erklärt.

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Am Ende des Tages steht noch eine größere Aktion an: die Säuberung des Lago Cocibolcas – jedoch in diesem Rahmen nur symbolisch aufgrund seiner immensen Größe. Die Kinder sind trotzdem voll dabei und laufen mit Säcken über den Strand, sammeln Tüten, Flaschen, Papier, Strohhalme… Viel Müll kommt zusammen, in nur etwa 20 Minuten. Gefüllt wird mit den Müllmassen ein großer bunter Fisch aus Draht. Der einzige, der Müll essen kann, wie die Kinder zuvor in einer Geschichte gehört haben. Eine Aktion, die auch zum Nachdenken anregen soll.

Durch Initiativen wie diese, versuchen wir die Wasserproblematik aufzugreifen und ihr die nötige Aufmerksamkeit zu geben. Auch viele unserer Partnerprojekte sind im Umweltbereich tätig und setzen sich vor allem für nachhaltige Entwicklung und ökologischen Landbau ein. In Nicaragua bleibt viel zu tun, um die Umweltprobleme des Landes zu lösen.

Was denkt ihr über das Wasserproblem? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

 

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