Navigation Menu
Guatemala – Das Land des ewigen Frühlings

Guatemala – Das Land des ewigen Frühlings

Das Land

Ein Land bereisen ist wie ein Buch lesen. Man fängt vorne an und wenn man hinten fertig ist, kennt man es gut. Man liest dasselbe Buch nur selten mehrmals, die Worte ändern sich schließlich nicht. Wer das gleiche Land mehr als einmal bereist hat, versteht die Unmöglichkeit dieser Metapher. Ein Land verändert sich ständig, ist nicht endgültig wie ein Buch. In ein fremdes Land zu reisen ist viel mehr wie eine Bibliothek zu besuchen. Man stöbert, schlendert durch die Gänge, sieht sich die Themen an, liest hier etwas und da. Man nimmt sich manches mit und je länger man sich dort aufhält, je öfter man wiederkehrt, desto mehr weiß man und desto mehr ist man begierig zu erfahren. Willkommen in der Welt des Reisenden und willkommen in Guatemala.

 

Die Stadt

2

In Antigua wird Kultur bunt geschrieben: Hier vermischen sich Kolonialarchitektur, traditionelles Maya Kunsthandwerk, Backpacker – lifestyle und Salsamusik zu einem Feuerwerk von Stadt. In der nahegelegenen Stadt „Ciudad Vieja“  findet sich eins unserer Projekte wieder: Bildung, Frauenrechte, Events, Workshops, Kunst und Kultur: In seiner Vielfalt wird das Projekt von Alejandra und ihren Freundinnen, allesamt durch und durch Feministinnen der reinsten Sorte, seiner Lage mehr als gerecht. Wer vor kreativer Energie strotzt, mit zweitem Vornamen Gleichberechtigung heißt und sich für Kultur in all ihren Formen und Farben interessiert, der ist hier mehr als gut aufgehoben. Mehr zum Bildungsbereich des Projektes G_J.13 erfahrt ihr hier auf unserer Internetseite.

 

Der See

3

Wer sich von Antigua aus treiben lässt, der wird bald an die Ufer des Lago Atitlan gespült, umgeben von zahllosen kleinen Städten und Dörfern, Hügeln, Feldern, Regenwald und Vulkanen. Das grüne Paradies, gefüllt mit schillerndem Wasser, fröhlich lachenden Leuten, traditioneller Kleidung und Bergen an Kunsthandwerk wie Blenderware zieht Menschen von nah und fern in seinen Bann: Ob als Backpacker aus Europa, den USA oder Asien in einem der zahlreichen Hostels in Panajachel oder als wohlhabender Guatemateke in der Villa am See mit Privatstrand – hier lässt es sich leben, Karaoke singen, Kayak fahren oder einfach nur dasitzen und der Sonne beim Auf- und Untergehen zusehen. Was kann es schöneres geben, als hier zu wohnen? Wer sich diesen Traum vom Leben im Blau-Grünen und doch mitten im Getümmel verwirklichen will, der findet hier gleich mehrere unserer Projekte. Fairtrade-; nachhaltiger Tourismus-; und Designfans kommen mit der Auswahl von zwei Kunsthandwerkprojekten auf ihre Kosten. Die Projekte am Lago Atitlan bieten neben ihrer traumhaften Lage Raum für Ideen und ein breitgefächertes Angebot an Aufgabenbereichen.

 

Die Berge

4

Den Wolken beim Vorbeiziehen zusehen, beim durch die Stadt gehen die Bergsteigermuskulatur trainieren, Hausmannskost genießen und das alles auf fast zweitausend Höhenmetern: Cotzal offenbart sich als Oase der Ruhe, Einfachheit und Zufriedenheit. Frauen weben in ihren Häusern, es wird Ixil gesprochen, ein Dialekt der Maya und das einzig Koloniale, das ich vorfinde ist die Dorfkirche am blumenreichen Park. Im Herzen der indigenen Kultur findet sich, direkt hinter besagter Dorfkirche eine Kooperative, die Ihres Gleichen sucht. Fünfundvierzig Weberinnen, Sieben Frauen im leitenden Komitee, ein Schneider und Pedro, der Designer und vor-Ort-Administrator bilden die Kunsthandwerk vertreibende Gemeinschaft, die authentischer nicht sein könnte. In Pedros Familie wird Tamal, Oja de Guiskil mit Salsa Pepita, Tortilla und schwarzen Bohnen gegessen. Das Leben in Cotzal ist ruhig, die Landschaft majestätisch, die Menschen herzlich. Die Frauen kennenlernen, die die Stoffe weben, Produkte designen und vermarkten, beim Bau des neuen Zentrums der Initiative helfen, das Tourismus Angebot ausbauen, andere Denkweisen verstehen, neues Essen probieren und ganz und gar anders leben als je zuvor: Wer das sucht, der hat in G_I.03, im Hochland Guatemalas seinen Platz gefunden.

 

Der Regenwald

5

Aus den Bergen, entlang verschlungener Passstraßen, vorbei an müllüberfluteten Hängen auf die längste gerade Straße Guatemalas, gesäumt von abertausenden Hektar Palmölplantagen, die sich gemischt mit Anbaufläche für verschiedene Rohstoffe über weite Teile Peténs erstrecken. Im touristischen Zentrum des Nordens Guatemalas thront die Insel Flores auf dem Lago Petén Itzá. Flores, entkernt vom Tourismus, bestehend aus Unterkünften, Kiosken und Reisebüros so wie Restaurants ist das Nest, von dem sich aus bequem Ausflüge in ein unwirkliches Paradies starten lassen, an dem die Jahrhunderte wie eine Brise vorbeiziehen. Das verwunschene Königreich, Herzstück antiker Mayakultur Tikal thront über einem grünen Meer aus Pflanzen. Wer eintaucht in die mystische Welt der Vergangenheit, der wird belohnt mit der erhebenden und einschüchternden Präsenz der Vergänglichkeit. In diesem pulsierenden Zentrum antiker Mayakultur, umgeben vom tiefgrünen, undurchdringbar und unbezähmbar scheinenden Regenwald liegt am Ufer des Petén Itzá, eine kurze Bootsfahrt von Flores entfernt hinter einer kleinen Bucht das Gelände eines Tierschutzprojektes. Hier werden Tiere versorgt, die aus illegalem Handel und Besitz oder aus unwürdiger Haltung konfisziert wurden oder verletzt sind. Sie werden wieder in die freie Natur entlassen. Hier arbeiten freiwillige Helfer aus der ganzen Welt zusammen mit den Arbeitern aus den umliegenden Dörfern jeden Tag für die Tiere. Es wird zusammen gegessen, Käfige geputzt, Tiere gefüttert, mit dem Boot nach Flores gefahren und viel gelacht. Tiere und Tierliebende machen den Ort zu einem Besonderen, umgeben von Natur, einen Steinwurf von der Zivilisation entfernt. Willkommen im Dschungel, in unserem Projekt G_G.01.

 

6

 

Zusammenfassend will gesagt sein, dass es nichts Zusammenfassendes zu sagen gibt. Du kannst keinen Baum zusammenfassen, geschweige denn einen Regenwald, geschweige denn ein Land, in dem sich Regenwälder, Seen, Flüsse, aktive Vulkane, Städte, Touristen, indigene Völker, Latinomusik, Märkte, Hitze und Kälte, Hochland und Strände, Kaffeeplantagen und Brüllaffen um antike Dschungelruinen tummeln. Wenn ihr Guatemala  sehen wollt; braucht ihr weder einen Reiseführer, noch Photos. Was ihr braucht ist Zeit, Entdeckergeist und Abenteuerlust. Packt die Zahnbürsten ein und auf geht’s nach Guatemala.

 

Autor: Verena Hirnig

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.